Ein aufregendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gut und Böse – definitiv keine klassische Einschlaflektüre. 😉

Buchtitel: Blindwütig
Autor: Dean Koontz
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 432
Worum geht es?
Cullen „Cubby“ Greenwich ist ein bekannter Bestsellerautor, der mittlerweile seinen sechsten Roman veröffentlicht. Er hat alles, was er nie für möglich gehalten hat, erreicht: Erfolg als Schriftsteller, ein gemütliches Zuhause, eine hübsche, humorvolle Frau namens Penny und einen sechsjährigen, überaus intelligenten Sohn namens Milo. Alles scheint perfekt und eingehüllt in vollkommenem Glück.
Bis er eine vom einflussreichsten und gefürchtetsten Literaturkritiker Shearman Waxx verfasste Rezension zu seinem aktuellen Roman liest. Im Gegensatz zu anderen, durchweg positiven Rezensionen scheint Waxx die Story nicht im Geringsten verstanden zu haben. Vielleicht hat er das Buch nicht einmal gelesen? Entgegen der Bitte seiner Frau, „es gut sein zu lassen“, verspürt Cubby den Drang, Waxx nachzuspionieren und zur Rede zu stellen.
Waxx scheint genau das beabsichtigt zu haben, denn ab diesem Zeitpunkt lässt er Cubby und seine Familie nicht mehr in Ruhe. Aus irgendwelchen Gründen hat er es auf sie abgesehen – langsam, qualvoll und ohne Beweise zu hinterlassen. Nun heißt es für Cubby: Fliehen! Aber wie soll er einem Irren entkommen, der als eine Art Übermensch über jeglicher Rechtsstaatlichkeit zu stehen und der Inbegriff jeglichen Bösen zu sein scheint? Vielleicht hilft es, alle Karten der Vergangenheit auf den Tisch zu legen? Für die Familie Greenwich beginnt ein Kampf ums Überleben – denn sie sind allem Anschein nach nicht die ersten und einzigen Opfer…
Ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel
Koontz greift mit seinem Roman die klassische Welt aus Gut und Böse auf; personifiziert durch den führsorglichen Familienvater Cubby und den rachsüchtigen Übermensch Shearman Waxx. Friede und Harmonie treffen auf Bedrohung und Angst. Koontz spielt dabei hervorragend mit der menschlichen Psyche: Was ist real? Glauben wir an die Existenz des Bösen? Und welche Rolle nehmen Vergangenheit und unsere Erfahrungen ein?
Die detailgetreue Wiedergabe von Szenen lässt den Leser in die Geschichte eintauchen. Man fühlt sich zwischenzeitlich regelrecht als Schatten des Protagonisten, hängt ihm an den Fersen und fühlt sich, als würde man das Geschehen über dessen Schulter hinweg hautnah miterleben.
Dean Koontz schafft mit „Blindwütig“ einen überaus spannenden Thriller, der zwar nur einen Handlungsstrang aufweist, dieser aber immer mal wieder für eine Überraschung sorgt. Dabei schweift er aber nicht ins Übertriebene oder sogar Unrealistische ab. Er spielt mit der Stille, dem Geheimnisvollen und einer sich langsam aufbauenden Spannung, die sich vom Buch auf den Leser überträgt. Dabei liebt es Koontz, seine einzelnen Kapitel mit Cliffhangern zu beenden. Denn wie für Cubby gibt es auch für den Leser kein Entkommen – man muss bis zum bitteren Ende weiterlesen.