Amerika 2014 // Tag 2: Sightseeing in Downtown

Bis zu unserer Weiterreise nach San Francisco bleiben uns zwei Tage. Zwei Tage, um New York City zu erkunden. Somit klemmen wir uns den Reiseführer unter den Arm und machen uns auf die Socken. Die strahlende Frühlingssonne veranlasst uns dazu, um die Warteschlangen der heiß begehrten Museen einen großen Bogen zu machen und stattdessen einige der New Yorker Highlights zu Fuß zu besichtigen. Und ein Fazit vorneweg: Es lohnt sich, denn New York bietet stets einzigartige Unvorhersehbarkeiten! 🙂

Unseren ersten Tag verbringen wir Downtown. Raus aus der Subway beginnt ein kleiner Zickzacklauf quer von einer berühmten Sehenswürdigkeit zur nächsten, deren jeder einzelne Besuch sich mehr als lohnt:

  • Woolworth Building[1]: Namensgeber des imposanten Gebäudes ist kein Geringerer als Frank Woolworth, der als Gründer der Warenhauskette Woolworth ebenso in Deutschland vielen ein Begriff ist. Den Status als größtes Kaufhausunternehmen der damaligen Zeit galt es mit der neuen Verwaltungszentrale in New York City architektonisch zu unterstreichen: Von 1913 bis 1929 war es das höchste Gebäude New Yorks, dessen Baukosten in Höhe von 13,5 Millionen Dollar Frank Woolworth unglaublicherweise in bar zahlte. Seit 1997 gibt es Woolworth-Filialen nur noch außerhalb der USA.
  • City Hall Park[2]: Die City Hall ist das älteste Rathaus der Vereinigten Staaten, das nach seiner Einweihung im Jahr 1812 noch heute als Amtssitz des Bürgermeisters seine ursprüngliche Funktion erfüllt. Der kleine, hübsche Park davor lädt zu einer Verschnaufpause ein.
  • St. Paul’s Chapel[3]: Die kleine Kapelle wurde 1766 fertiggestellt und ist somit das älteste Gebäude in New York. Sie befindet sich in direkter Nähe zum World Trade Center und erlangte unfreiwillig aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 Berühmtheit. Während angrenzende Gebäude von den Trümmerteilen schwer beschädigt wurden, blieb sie absolut unversehrt und galt somit als erste Anlaufstelle für Helfer und hilfesuchende Menschen.
  • Vinegar Hill (Brooklyn)[4]: Der Bezirk „Vinegar Hill“ strahlt einen wunderschönen historischen Charme aus. Die Backstein- und Granitgebäude entlang der kopfsteingepflasterten Straßen entstammen dem 19. Jahrhundert und lassen den Besucher in der Zeit zurückreisen.
  • Federal Reserve Bank[5]: Dieses Gebäude, das auch einfach „Fed“ genannt wird, beherbergt 26 Meter unter dem Meeresspiegel laut eigenen Angaben die größte Gold-Lagerstätte der Welt.
  • Ground Zero / World Trade Center Site: Auf dem Platz, an dem einst die Gebäude des World Trade Centers (WTC) standen, herrscht trotz der riesigen Menschenmassen eine sehr bedrückende Stimmung. An den Stellen der ehemaligen Zwillingstürme sind atemberaubende Wasser-Denkmäler errichtet worden. Das Wasser stürzt dort von den Graniträndern in eine endlose Tiefe – sinnbildlich dafür, wie einst am 11. September 2001 die Türme in nur wenigen Sekunden in sich zusammenfielen – und verschwanden. In das umgebende Bronzegeländer sind die Namen der Verstorbenen eingelassen. Einem wird schnell bewusst, dass die Tragödie die Geschichte Amerikas geprägt hat und auf diese Weise für ewig in Erinnerung bleiben soll. Nichtsdestotrotz ist zu spüren, dass die New Yorker mit dem neu bebauten bzw. noch zu bebauendem Areal (inkl. neuem WTC) versuchen, ein neues Kapitel zu schreiben.
  • Equitable Building[6]: Das H-förmige Gebäude wurde nach seiner Eröffnung 1915 als so monströs empfunden, dass kurz darauf eine Bauordnung (zoning resolution) erlassen wurde. Diese besagt, dass die oberen Geschosse aller zukünftigen Wolkenkratzer versetzt gebaut werden müssen, damit die New Yorker Straßen noch Sonnenlicht erreicht und die Lebensqualität der Stadtbewohner nicht darunter leidet. Eines der bekanntesten, nach neuer Bauordnung erbauten Gebäude ist das Empire State Building.
  • Trinity Church[7]: Die kleine, aber sehr bekannte New Yorker Kirche musste zunächst nach einem Großbrand und anschließend nach einem schweren Winter neu aufgebaut werden. Im Jahr 1846 wurde sie zum dritten Mal fertiggestellt. Kaum zu glauben, dass die Trinity Church mit ihren 86 Metern bis zur Jahrhundertwende das höchste Gebäude New Yorks war.
  • Wall Street: Die Wall Street stellt das bekannte Herzstück des amerikanischen Kapitalismus mit der weltweit größten Börse dar und gilt bereits als Synonym für die gesamte Finanzwirtschaft Amerikas. Schon das Gebäude einmal selbst zu umlaufen, ruft ein wenig Ehrfurcht bei uns hervor.
  • New York Stock Exchange (NYSE)[8]: Wir stehen vor einem riesigen Gebäude mit zahlreichen korinthischen Säulen, das auf das Jahr 1792 zurückgeht; das heutige Gebäude wurde jedoch erst 1903 eingeweiht. Der 11. September 2001 hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Touristen dürfen leider nicht mehr das geschäftige Treiben der Börsianer von der Besuchergalerie beobachten und werden durch einen Metallzaun auf sicheren Abstand gehalten.
  • Federal Hall[9]: Schräg gegenüber der Börse befindet sich die Federal Hall. Hier leistete zum einen George Washington 1789 seinen Amtseid als erster Präsident der Vereinigten Staaten und zum anderen wurden an diesem Ort die „Bill of Rights“ verabschiedet. Eine Momentaufnahme mit der lebensgroßen Statue von George Washington darf natürlich nicht fehlen.
  • Delmonico’s[10]: Das Delmonico’s ist das älteste Feinschmeckerestaurant der Stadt (Eröffnung 1837) und hat heute neben den erstklassigen Gerichten von damals innovative Essenskreationen auf seiner Speisekarte.
  • Queen Elizabeth II September 11th Garden[11]: Angelegt als britischer Blumengarten soll er an die 67 Briten erinnern, die am 11. September 2001 im World Trade Center ums Leben kamen.
  • Stone Street: Sie ist die erste (kopfstein)gepflasterte Straße New Yorks.
  • Charging Bull: Dieses berühmte Fotomotiv befindet sich am nördlichen Ende der Grünanlage Bowling Green und am Beginn des Broadways. Der Charging Bull soll die wirtschaftliche Stärke demonstrieren. Er ist während unseres Besuchs kontinuierlich von Menschenmassen umlagert, sodass es ein unmögliches Unterfangen ist, ihn alleine vor die Linse zu kriegen.

Wir sind nun im Süden von Manhattan angekommen und können von Weitem bereits die weltberühmte Statue of Liberty erahnen. Ihr Besuch darf selbstverständlich auf unserer Sightseeingtour nicht fehlen. Sie lief 1885 als Geschenk der Franzosen im amerikanischen Hafen ein und wurde ein Jahr später nach dem Bau eines aus Spendengeldern finanzierten Sockels eingeweiht.[12] Doch wir wollen nicht wie alle anderen Touristen sein: Wir widerstehen der Versuchung, uns an eine der langen Warteschlangen anzustellen, um uns für verhältnismäßig viel Geld die Statue von unten anzuschauen.

Stattdessen laufen wir zum Whitehall Terminal und warten auf die nächste Fähre nach Staten Island (Abfahrt täglich, 24 Stunden, alle 30 Minuten). Von der Fähre soll man nämlich einen wunderschönen Blick auf Miss Liberty haben. Und so ist es auch! Mit den Wolkenkratzern im Rücken fahren wir gemütlich an der Freiheitsstatue sowie an Ellis Island vorbei.

Das Zentrum von Staten Island liegt leider etwas weiter vom Fährhafen entfernt als gedacht. Daher genießen wir lediglich ein wenig die Aussicht sowie die Sonne und schippern auf einer der nächsten Fähren mit traumhaften Blick auf die Skyline zurück.

Zum Abschluss unserer Erkundungstour unternehmen wir noch einen Abstecher nach Chinatown. Es ist so, wie wir es nicht für möglich gehalten hätten: Kaum passieren wir das Ortsschild „Chinatown“, sind wir nur noch von chinesischen Schriftzeichen und Bewohnern umgeben. Absolut faszinierend!


Unser Fazit: Einige der vorgestellten Sehenswürdigkeiten gehören aus unserer Sicht einfach zu jeder Sightseeingtour dazu. Sie liegen häufig so nah beieinander, dass man, „wenn man schon mal da ist“, den ein oder anderen kleinen Schlenker problemlos in Kauf nehmen kann.

Darüber hinaus ist die Fahrt mit der Staten Island-Fähre ein echtes (kostenloses) Highlight. Der Blick auf die Freiheitsstatue, die Skyline und die Brooklyn Bridge sind sehr beeindruckend. Plant man die Rückfahrt zu Sonnenuntergang, taucht das Abendrot alles in traumhafte Pastelltöne.

Quellenangaben: [1] https://woolworth.de/fileadmin/media/downloads/Unternehmen/WW_die_unternehmensgeschichte.pdf (letzter Abruf: 30.06.2019)
[2] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 82
[3] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 73
[4] https://www.info-usa.de/vinegar-hill-industrieviertel-im-gruenen/ (letzter Abruf: 30.06.2019)
[5] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 77
[6] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 72
[7] https://www.mycitytrip.com/new-york/trinity-church-3334 (letzter Abruf: 30.06.2019)
[8] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 74
[9] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 75
[10] https://delmonicos.com/about/ (letzter Abruf: 30.06.2019)
[11] https://queenelizabethgarden.org/about-us/ (letzter Abruf: 30.06.2019)
[12] Reiseführer New York, TRAVEL HOUSE MEDIA, 2014, ISBN 978-3-8464-9724-1, Seite 69ff.

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